counter Der Köthener Nachtwächter Schnabelschuh

Der Nachtwächter und seine fleißigen Helfer

Die drei Köthener Nachtschwärmer v.l. die Herzogin Julie von Anhalt Köthen, die Fasanenwirtin und der Nachtwächter Schnabelschuh



Herzogin Julie von Anhalt Köthen

Die Herzogin wurde 1793 als illegitime Tochter des preußischen Königs Friedrich Willhelm II. und Gräfin Sophie von Dönhoff geboren. Der preußische Hofmarschall Valentin von Massow übernahm ihre Erziehung und in ihrer Jugend galt sie als schönste Frau am Preußischen Hof. 1816 heiratete sie Ferdinand Friedrich von Anhalt-Köthen-Pleß und wurde 1819 durch Erbfolge ihres Gatten Herzogin von Anhalt-Köthen. In Paris konvertierte das Herzogspaar 1825 zum katholischen Glauben und sorgte damit für einige Unruhe im reformierten Anhalt. 1848 verstarb die Herzogin in Wien. Beigesetzt wurde sie an der Seite ihres Gatten in der Gruft der katholischen Pfarr- und Schlosskirche St. Maria in Köthen.

Julie von Anhalt Köthen - wird dargestellt von Simone Scholdra.

Die Fasanenwirtin

Der als "Goldener Fasan" bekannte Gasthof ist ab Mitte des 17. Jahrhunderts in Köthen erwähnt. Er lag vor dem Magdeburger Tor (heute Ecke Bernhard Kellermann Straße - Bernburger Straße - Magdeburger Straße) und diente als Fuhrmannskneipe, Pferdehandelsplatz und bei geschlossenem Stadttor zum Übernachten. Als der Homöopath Dr. Arthur Lutze 1846 nach Köthen kam, hatte er hier bis 1847 seine Praxis. Er vermachte der Wirtin aus Dankbarkeit das Rezept eines Kuchens, den sie auf Wunsch noch heute vorzüglich bäckt. In den Gasthof hatte sich 1864 - 1875 sogar ein Kindergarten eingemietet. Dieser wurde von der Fröbelschülerin Angelika Hartmann betrieben. Da der Gasthof 1942 abgebrochen wurde, irrt die Wirtin noch heute ruhelos durch die Stadt und soll hier und dort von Nachtschwärmern schon des Öfteren gesichtet worden sein.

Die Fasanenwirtin - wird dargestellt von Angelika Westphal

Baltasar Melchior Schnabelschuh

Die Figur des Köthener Nachtwächters wurde 2004 vom damaligen Tourismuschef Jürgen Busch angeregt und von Bernd Westphal entwickelt. Ein Nachtwächter wie Schnabelschuh ist aus dem 19. Jahrhundert in Köthen aktenkundig. Vielleicht nicht ganz so frech und vorlaut - aber immerhin kann man beim lesen der Akten ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Die Geschichten, die Schnabelschuh erzählt, sind zum Teil frei erfunden oder als Anekdote von Köthenern überliefert. Die historischen Fakten entsprechen jedoch dem heutigen Wissensstand. Über die politischen Seitenhiebe kann sich jeder selbst ein Bild machen.

Der Köthener Nachtwächter nimmt Sie wieder mit auf seiner Runde durch das nächtliche Köthen!

Die Fotos auf dieser Seite fertigte Torsten Waschinski. Unsere Kostüme sind alle in der Schneiderei Susanne Zimmermann (Porster Weg 4, 06366 Köthen) entstanden (Super, oder?).


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